Montag, 1. November 2010

nouakchott zum dritten

ich kam donnerstag morgen hier an. deutschland war kühl und ungemütlich, casablanca schon ein bisschen wärmer, aber über 7 stunden dort war schon heftig, trotz buch sudokuheft und film glotzen im rechner. in nouakchott lief die pass und zollkontrolle problemlos und als ich aus dem flughafen kam, hat mich die hitze fast erschlagen. um 4 uhr morgens war es locker über 20° und ich fing sofort an, meine klamotten abzuschmeissen.

willy hat mich abgeholt und wir fuhren zu unserer wohnung. sie ist in der nähe der französischen botschaft und in nouakchott kenne ich mich mittlerweile ziemlich gut aus. die wohnung ist ziemlich basic, ein zimmer und ein badezimmer, alles mit eimerwäsche ohne fliessendes wasser, aber der strom ist erst einmal ausgefallen. aber wir leben auch ohne besteck oder klopapier.

am freitag waren wir bei brigitte und familie, willys freunde. wir sind nachmittags zum strand gefahren. schwimmen war nicht, ich hatte keinen badeanzug dabei und frauen schwimmen hier nicht öffentlich. am samstag haben wir willys freund aimé besucht.

das leben läuft hier langsamer.dafür sorgt schon die hitze. willy geht morgens zur arbeit, ich räume ein bisschen auf und beginne dann zu kochen. die küche ist auch afrikanisch. alles spielt sich auf dem fussboden ab, es gibt kein schneidebrett oder sonstige geeignete materialien. es muss alles improvisiert werden und es gibt auch nur einen gaskocher, einen sehr biegsamen löffel und mehrere scharfe küchenmesser, die ich mitgebacht habe. willy kommt gegen mittag und wir essen. gegen 3 geht er wieder zur arbeit und kommt zwischen 6 und 8 wieder heim.

heute war ich bei der deutschen botschaft. sie ist gesichert wie eine festung. ich gab mich als deutsche zu erkennen und mir wurde sofort geöffnet. ABER: drinnen musste ich erstmal pass, handy und foto abgeben, die tasche ausleeren und wurde gründlich abgetastet. der einzige deutsche, den ich gesehen habe, roch schon von weitem nach MAD, das restliche personal war mauritanisch und sprach nur französisch. ich erklärte mein vorhaben und erhielt einen zettel mit infos für willys visum. ich hoffe, wir kriegen alles gebacken in den nächsten 5 wochen.

es tut gut, nach dem stress der letzten wochen, wieder auf normal runterzuschalten. zwangsläufig.

bis zum nächsten mal

jutta



Freitag, 8. Oktober 2010

Äthiopien - kurz und knackig

Äthiopien 25.09. – 03.10.2010

Zur Eröffnung des Außenzentrums in Metu und der feierlichen Graduierung der ersten im Hamlin Midwifery College ausgebildeten Hebammen reisten wir zu siebt aus Deutschland an.
Außer mir waren Ramona aus Berlin, ihre Freundin Charmaine aus Norwegen, Sara aus Solingen, Christiane aus Frankfurt und Jörg und Henrike aus Gronau dabei. Wir kannten uns vorher nicht, aber es hat trotzdem gut geklappt. Ich bin ja nicht so ein Gruppenmensch.
Wir trafen uns Samstag nachmittag im Flughafen. Der Flug verlief ereignislos und wir wurden ohne Probleme durch die Einreiseformalitäten und den Zoll gewunken. Alle Gäste wurden ins Hotel gebracht, auch ich wurde von meinen Patenkindern abgeholt und wir waren froh,  lange nach Mitternacht endlich ins Bett zu kommen.
Am Sonntag schliefen wir lange und dann wanderten die anderen durch die Stadt. Addis Abeba hat sich seit meinem letzten Besuch vor über zwei Jahren extrem verändert. Es sind sehr viele neue Straßen entstanden, auch viele Hochhäuser wurden gebaut und die Stadt hat  dadurch völlig ihr Gesicht verändert.Ich kannte mich vorher ganz gut aus in Addis, aber dieses Mal war ich komplett verloren - und das, obwohl es inzwischen Wegweiser gibt.
Am späten Nachmittag waren wir im Fistula Hospital verabredet. Mark Bennett, der Geschäftsführer des Addis Abeba Fistula Hospitals, führte uns durch das Krankenhaus und erklärte uns alles. In den letzten beiden Jahren hatte sich auch hier einiges verändert. Es ist ein neuer Krankengymnastiktrakt entstanden und es wurde auch ein traditionelles Tukul gebaut, in dem die Patientinnen ihre Kaffeezeremonien abhalten  und in gewohnter Weise miteinander sprechen können.
Am Abend gab es ein Dinner mit allen Partnern, die im Laufe des Tages angereist waren, zu dem auch Dr. Catherine Hamlin erschien. Es verlief in sehr entspannter Atmosphäre. Zum Teil kannten wir uns schon von früheren Treffen, aber es gab auch ein paar neue Gesichter. Es waren Partner aus Großbritannien, der Schweiz, Australien, Neuseeland, Schweden und den Niederlanden angereist. Wir Deutschen waren dieses Mal die größte Gruppe.
Am Montagmorgen fuhren wir alle zusammen nach Desta Mender. Das „Dorf der Freude“ wie es auf Amharisch heißt, hat sich seit meinem letzten Besuch nur geringfügig verändert. Hier leben die Langzeitpatientinnen, die nicht vollständig geheilt werden konnten und ständiger ärztlicher Betreuung bedürfen. Sie alle erhalten eine Berufsausbildung und sollen nach Möglichkeit wieder in die Gesellschaft integriert werden. Im letzten Jahr ist das Juniper Cafe entstanden, wo wir auch unser Mittagessen einnahmen.
Die Hebammenschule, das Hamlin Midwifery College, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Desta Mender und hat sich seit dem letzten Mal sehr vergrößert. Es sind einige neue Klassenräume entstanden, auch die Unterkünfte der Hebammenschülerinnen wurden neu gebaut. Alles ist aufs Modernste eingerichtet und die Ausbildung der Hebammen kann sich ohne Weiteres mit dem Standard in Europa messen. Anfang September begann der vierte Jahrgang seine Ausbildung. Die Ausbildungszeit wurde vom Erziehungsministerium von drei auf vier Jahre erhöht. Alle Hebammen werden zu zweit in der Nähe der Außenzentren arbeiten und somit unmittelbar zur Prävention beitragen. Am späten Nachmittag waren wir wieder zurück in Addis Abeba und hatten den Rest des Tages zur freien Verfügung.
Am Dienstag morgen trafen wir uns um 8.30 im Krankenhaus mit unserem Gepäck, das in zwei Busse geladen wurde. Kurz nach neun Uhr fuhren wir los mit einer kurzen Rast in Welkite und kamen kurz nach drei Uhr nachmittags in Jimma an. Die Strasse bis Jimma ist jetzt durchgehend asphaltiert und sehr angenehm zu fahren. Wir bezogen unsere Zimmer im Hotel und hatten ein bisschen Zeit uns zu erholen bevor wir das Abendessen einnahmen.
Denn am Mittwoch morgen fuhren wir schon um 5.30 los. Hinter Jimma war die Straße nur zwischen den Schlaglöchern asphaltiert und wurde immer schlechter, je weiter wir uns von der Stadt entfernten. Unser Frühstück nahmen wir in Bedele ein, ich will mich nicht näher über die sanitären Verhältnisse auslassen… und kamen kurz nach zwölf in Metu an. Etwa fünf Kilometer vor der Stadt wurden wir von den Honoratioren erwartet und fuhren im Geleit zum Fistula Zentrum. Das neue Außenzentrum befindet sich – mit separatem Eingang - auf dem Gelände des „Metu Karl“ Hospitals und ähnelt in Konstruktion und Aussehen sehr stark dem Außenzentrum in Yirgalem. „Karl“ ist der große Wohltäter Äthiopiens, bei uns bekannt als Karlheinz Böhm. Er hat das Krankenhaus 2001 eingeweiht.
 Es blieben uns nur wenige Minuten um uns frisch zu machen, dann begann schon der Festakt zur Eröffnung. Es waren regionale Regierungsvertreter anwesend sowie das äthiopische Fernsehen.
Es sprachen zuerst Ato Abebe Gesit, der Verwalter der Außenzentren des Fistula Hospitals. Er berichtete über die Baukosten, die sich auf rund 500.000 Euro beliefen. Durch die weite Entfernung und die schlechten Straßen verzögerte sich die Fertigstellung um rund zehn Monate. Die Bettenkapazität liegt ähnlich wie in den anderen Außenzentren bei 40 Betten.
Ato Tibebu Abate, der Manager des Metu Außenzentrums berichtete, dass in der Region um Metu etwa sieben Millionen Menschen leben, die Hälfte davon Frauen. In den vergangenen Jahren wurden etwa 100 Patientinnen durch mobile Teams operiert und behandelt. Die Health Officers konnten in den letzten Monaten bereits 156 Patientinnen identifizieren, die auf die Behandlung warten.
Danach sprachen der Geschäftsführer Mark Bennett und der medizinische Leiter Prof. Gordon Williams. Mark Bennett betonte, wie wichtig es sei, ein Außenzentrum gerade in dieser Region zu errichten, während Prof. Williams über die desolate Situation von Gynäkologen in Äthiopien berichtete.
In diesem Land mit ähnlicher Bevölkerungszahl wie Deutschland gibt es gerade mal 165 Gynäkologen, die aber mehrheitlich in der Hauptstadt leben. Um so bedeutsamer ist es, dass für Metu zwei Gynäkologen gewonnen werden konnten. Sie arbeiten beide zur Hälfte für das Fistula Hospital und zur Hälfte im Metu Karl Hospital. So können sie die Fistelpatientinnen behandeln, aber auch ihre anderen Fähigkeiten als Gynäkologen weiter entwickeln. Dieses Prinzip wird jetzt auch in den anderen Außenzentren angewandt.
Prof. Williams betonte auch die Wichtigkeit der Krankenschwestern und Schwesterhelferinnen, die aus ehemaligen Patientinnen bestehen. Auch durch Health Officers und Healthworkers soll intensive Prävention in dieser Gegend betrieben werden. Wie bereits in den vergangenen Newsletters erwähnt, finanzieren wir zusammen mit Astellas Pharma die Ausbildung dieser Healthworker.
Dr. Catherine Hamlin nahm nicht an der Reise nach Metu teil, es wäre zu anstrengend für sie geworden, aber sie schickte ihren Sohn Richard Hamlin als Vertretung, der ein Grußwort verlas. Sie bedauerte, nicht selbst kommen zu können, aber sie sei bei uns im Geiste. Sie betonte, wie wichtig es für sie sei, gerade dieses Außenzentrum zu eröffnen, um auch Frauen in dieser Region behandeln zu können. Sie hoffe sehr, dass durch die intensive Prävention er in der Zukunft möglich sein werde, diese Fistelklinik in ein Frauen- und Geburtshilfezentrum umwandeln zu können.
Nach einer kurzen Rede des Regierungsvertreters Ato Etefa Obsa, in der er seiner Freude über die Errichtung dieses Krankenhauses Ausdruck gab, sprach noch Mr. Malcom Hewitt als Vertreter der internationalen Partner. Der Bau des Außenzentrums in Metu wurde durch Hamlin Fistula UK, Hamlin Fistula Nederland und der Women’s Hope International aus der Schweiz finanziert.
Anschließend wurde das fünfte und vorerst letzte Außenzentrum besichtigt. Es war noch nicht ganz fertig, die elektrischen und sanitären Anlagen funktionierten noch nicht reibungslos, trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass die ersten Patientinnen schon in wenigen Wochen behandelt werden können. Nach den vielen Reden hatten die Leute in Metu ein opulentes Buffet mit regionalem Essen vorbereitet. Es spielte auch eine lokale Band und wir verbrachten einen wunderbaren Abend und tanzten am Ende alle zusammen.
Da es in ganz Metu kein adäquates Hotel gab und auch das Gästehaus noch nicht ganz fertig war, übernachteten wir kurzentschlossen im großen Krankensaal und testeten die Betten…
Auch die folgende Nacht war sehr kurz, um 5.30 fuhren wir in einem Rutsch durch bis Addis Abeba, nur von einer drei kurzen Pausen unterbrochen und kamen um 20 Uhr an. An diesem Abend sehnten sich alle nur noch nach einer Dusche und einem Bett.
Der Freitagvormittag war zur freien Verfügung, was viele zu einem kurzen Ausflug in die Stadt nutzten.  Ich pilgerte zur mauretanischen Botschaft und hatte 2 Stunden Zeit, ein Visum zu ergattern. Aber der Amtsschimmel wieherte laut und heftig. Sie wollten mir kein Visum geben aus allen möglichen fadenscheinigen Gründen. Angeblich brauchte ich einen "letter of invitation" sowas brauchte ich noch nie vorher. Dann hieß es, ich könne das Visum doch auch in Deutschland besorgen, da ich ja vorher nochmal dort sei. Auf meinen Einwand, dass ich in jeder Botschaft auf der ganzen Welt ein Visum beantragen kann, hieß es, dass aber soviele Äthiopier versuchten über Mauretanien nach Deutschland zu kommen. Ich meinte, das sei bei mir doch gar nicht relevant, da ich ja schon einen deutschen Pass besitze. Es ging hin und her und am Ende war ich entnervt und die Zeit lief mir davon. So ging ich dann ins Umma Hotel, wo die anderen Deutschen wohnten und checkte meine emails. Die ganze Woche über hatte ich keinen Internetzugang.
Zum Mittagessen trafen wir uns im Fistula Hospital und anschließend zu einem Meeting der internationalen Partner, sowie Vertretern der Verwaltung des Fistula Hospitals. Mark Bennett berichtete uns über die neuen Strukturen innerhalb der Verwaltung, die in den letzten Jahren notwendig geworden waren. Das Krankenhaus mit seinen fünf Außenzentren, dem Zentrum in Desta Mender und dem Hamlin Midwifery College beschäftigt inzwischen über 500 Mitarbeiter und alles muss entsprechend koordiniert werden.               
Prof. Williams erläuterte Veränderungen und Verbesserungen seit seinem Amtsantritt vor etwa zwei Jahren. Es erfordert viel Geduld und Überzeugungskraft, das Krankenhaus europäischem Standard anzupassen. Aber auch, wenn es sich noch nicht mit hiesigem Standard messen kann, zählt das Fistula Hospital zu einem der saubersten und hygienischsten Kliniken in ganz Afrika und setzt Maßstäbe.
Den Abend verbrachten wir in einem traditionellen äthiopischen Restaurant mit Musik und auch hier gingen die Gespräche weiter. Der Höhepunkt der ganzen Woche aber war der Samstagvormittag.
Wir fuhren gegen neun Uhr los nach Desta Mender, wo schon ein Festzelt für die ganzen Gäste und Angehörigen der neuen Hebammen sowie die internationalen Partner erichtet worden war. Es waren auch der äthiopische Gesundheitsminister sowie die australischen und holländischen Botschafter anwesend. Zur feierlichen Eröffnung sprach die Rektorin Jacqueline Bernhard. Sie betonte ihre Freude über die Graduierung des ersten Hebammenjahrgangs und verglich das College mit einem Orchester, in dem jeder seinen Platz habe und zum Gelingen beitrage.
Als Dr. Catherine Hamlin sprach, blieb kein Auge trocken. In ihrer ruhigen und würdevollen Art berichtete sie von ihrer großen Freude und Zufiedenheit, dieses Ereignis noch erleben zu dürfen. Vor über 50 Jahren war sie zusammen mit ihrem Mann Reginald nach Äthiopien gekommen um eine Hebammenschule zu errichten.
Und was hat sie nicht alles geschaffen. Die Ausbildung der Hebammen Äthiopiens ist nur ein letztes Puzzlestück in ihrem großen Lebenswerk. Die neuen Hebammen werden zu zweit in der unmittelbaren Nähe der Außenzentren arbeiten und neue Maßstäbe setzen, damit die Frauen Äthiopiens in Zukunft ihre Kinder mit medizinischer Betreuung zur Welt bringen können.
Nach der feierlichen Übergabe der Urkunden wanderten wir über das Gelände von Desta Mender und dem College, während das Juniper Cafe das Lunch für mehrere hundert Gäste vorbereitete. Am Nachmittag führen wir wieder nach Addis Abeba zurück und ich hatte endlich einige Stunden Zeit für meine Familie bevor wir in der Nacht wieder nach Deutschland zurück flogen.











Jetzt bin ich zuhause, habe ausgepackt und gewaschen und bin schon wieder dabei, alles für die nächste Reise vorzubereiten. In 19 Tagen geht es wieder los - und das ist dann URLAUB.

Mittwoch, 31. März 2010

Nuakchott again

Nuakchott, Mauritanien
31.März 2010

Bin Samstag morgen um 2.30 angekommen. Der Flug verlief problemlos. In Casablanca hatte ich 6 Stunden Aufenthalt und habe aber blöderweise mein Buch in den Rucksack gepackt, den ich als Gepäck aufgegeben habe.
Bin für meine Verhältnisse mit schwerem Gepäck unterwegs, ca. 30 kg. Aber auf der Rückreise werden es maximal 8 kg sein. Auch war ich seit Jahrzehnten nicht mehr mit so wenig Geld unterwegs. In Frankfurt dauerten die Sicherheitskontrollen wegen Ostern extrem lange und ich hatte keine Zeit mehr, den Geldautomaten aufzusuchen, auch mein reiseübliches Sudokuheftchen fehlt. In Casablanca habe ich dann mal meine Bargeldbestände gezählt und bin auf stolze 13,35 Euro gekommen. Aber Willy meinte ja, ich bräuchte kein Geld und außerdem habe ich ja eine Kreditkarte, es ist also nicht ganz so schlimm.
Arriving here Saturday morning at 2.30 am. The flight was without any problems. In Casablanca I had 6 hours time to kill but had put my book in the other backpack.
For my standards I am traveling with heavy luggage, about 30 kg. But on the way back I'll have maximum 8 kg. For decades I haven't been traveling with so little money. At Frankfurt airport the security controls lasted forever, many tourists going on vacation for Easter and I didn't have time to visit the money machine, also there was no time to buy my usual Sudoku journal. At Casablanca airport I counted my money and possess 13,35 Euro. Willy had told me that I wouldn't need any money and I also have my credit card, it is therefore not quite as bad.


Willy erwartete mich schon ungeduldig und wir sind gleich ins Hotel gefahren. Er hat für meinen Aufenthalt ein Hotelzimmer gemietet, dass ein bisschen meinen afrikanischen Standard übertrifft. Es ist neben der chinesischen Botschaft im besseren Viertel von Nuakchott. Das Zimmer ist klimatisiert und hat ein eigenes Bad. Es gibt Satellitenfernsehen mit einigen hundert arabischen Sendern und auch einen kleinen Kühlschrank chinesischer Bauart. Der Putz bröckelt zwar von der Decke, aber alles in allem ist es sauber und relativ ungezieferfrei bis auf ein paar Ameisen und Kakerlaken.
Willy awaited me with impatience and we went straight to the hotel. He had rented a room for my time staying here which is slightly better than my average African standard. It is next to the Chinese embassy. The room is air-conditioned and has an indoor-bathroom. There is satelite TV with hundreds of Arabic channels and a small fridge – made in China. The gipsum is coming down the ceiling but all in all it is clean and relatively free of insects besides a few ants and cockroaches.

Samstag abend sind wir ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Nuakchott ist ja sehr überschaubar. Die Innenstadt kann man locker zu Fuß in einer halben Stunde durchlaufen, aber die Außenbezirke ziehen sich einige Kilometer. Es leben rund 800.000 Menschen in dieser Stadt. Vom letzten Mal habe ich mich noch einigermaßen ausgekannt, außerdem hatte ich ja vorher den Stadtplan schon eifrig bei Google Earth studiert.
Saturday evening we walked around the town. Nuakchott it not that big. You can cover downtown withing 30 minutes, but the outskirts stretch several kilometers. About 800.000 people live in this town. From last time I knew my way around a bit besides I had studied the town map on Google Earth.

Am Sonntag morgen ging Willy zur Arbeit und ich habe das Zimmer aufgeräumt und eingerichtet. Mauretanien ist ja islamische Republik, d.h. das Wochenende ist freitags und samstags. Alkohol ist verboten, aber für Ausländer gilt das nicht, er ist allerdings extrem teuer und schwer zu bekommen. In Casablanca habe ich noch ein Flasche Whisky erstanden und wurde nicht kontrolliert. Auch der mitgebrachte Schinken und die Wurst schmecken Willy vorzüglich – ich als Vegetarier.... hier gibt es natürlich kein Schweinefleisch und auch keine Wurst oder dergleichen.
Der Computer, der mir in Deutschland so viele Sorgen gemacht hat, läuft hier ohne Probleme. Wir haben auch schon Filme angeschaut – auf französisch und ich habe sie ohne größere Probleme verstanden.
Sunday morning Willy went to work while I was cleaning and inhabitating the room. Mauritania is Islamic Republic which means that the weekend is Friday and Saturday. Alcohol is forbidden but not for foreigners but it is extremely expensive and hard to get. At Casablanca I had bought a bottle of Whisky and did not get controlled. Also the ham and sausage Willy likes very much – me, being Vegetarian..., of course you cannot buy here pork or sausages.
The computer which has caused so many problems in Germany is working fine over here. We have watched several movies – in French and I understood without any bigger problems.

Als Willy weg war, kam der Hotelbesitzer und bot mir seine "speziellen" Dienste an. Er hielt mich wohl für eine Prostituierte. Als ich die Verhältnisse klargestellt hatte, war es ihm superpeinlich und er entschuldigte sich vielmals und bat mich inständig, Willy nichts zu erzählen. Seitdem ist er die Höflichkeit selbst.
When Willy was away, the hotel owner arrived and offered his "special" service. He apparently mistook me for a prostitute. After I had made clear that I was not interested he felt very much ashame and excused himself a thousand times begging me not to tell Willy. Since he has been super friendly and super polite.


Tagsüber ist es brüllend heiß. 42° im Schatten, so man Schatten findet. Um 10 Uhr schalte ich die Klimaanlage an, sie ist auf 18° eingestellt und rattert ziemlich laut, im Raum sind es aber bestimmt an die 30°. Wenn man von draußen kommt, findet man es aber herrlich kühl. Ab 18.00 Uhr wird es erträglich und nach 20.00 Uhr angenehm. Es weht immer ein leichtes Lüftchen, das kommt einem aber tagsüber so vor, als würde man vor einem Fön sitzen. Ich will mir lieber nicht vorstellen, wie warm es hier im Sommer ist.
During the day it is extremely hot. 42° in the shadow, if you can find shadow. At 10 am I turn on the air condition, it is installed at 18° and very noisy, in the room we still have at least 30°. When you come in from the outside you will find it pretty cool. After 6 pm the temperature goes down a bit, at 8 pm it is nice. There is always a slightly breeze but it feels as if you would sit in front of a hair dryer. I better don't want to imagine how it will be in summer.

Da Willy auch immer am Nachmittag/Abend arbeitet, habe ich schon mehrmals alleine die Stadt erkundet und kenne mich inzwischen einigermaßen aus – in der Innenstadt. Nuakchott erinnert mich sehr an Khartoum, das Stadtbild und auch die Menschen, die hier leben. Die Kleidung sowohl der Männer als auch der Frauen ähnelt sehr der sudanesischen Kultur. Die Hauptstraßen sind asphaltiert, in den anderen Straßen könnte man wunderbar Beachvolleyball spielen. Noch nie habe ich so viele unterschiedlichen Arten von Sand gesehen, grob, fein, mit Muscheln durchsetzt, manchmal auch wie Mehl und in allen Farbschattierungen von fast weiß – alle Braun-, Gelb- Orange- und Grautöne gibt es.
Die Menschen sind alle freundlich, aber distanziert. Straßenverkäufer wollen dir alles mögliche andrehen, aber es hält sich im Rahmen.
Because Willy is also working in the afternoon/evening I strolled around the town several times on my own and know my way around – in the city center. Nuakchott reminds me very much in Khartoum, the city image and also the people who live here. The clothes of the men as well as the women is similaar to the Sudanese culture. The main roads are asphalt, the other roads would be perfect for beach volleyball. I have never before seen so many different colors and forms of sand in one place. Very rough big corns with sea shells, tiny floury and all colors from white- braun, yellow, orange and grey.
The people are also very friendly at distance. Street vendors try to sell you something but are not as nagging as in other countries.

Dienstag, 12. Januar 2010

escaping xmas in italy

after only 3 weeks @ home i started again escaping xmas in italy. the 3 weeks at home had been very stressful. not only that i had to work, there were also lots of appointments in the evenings. besides my body had arrived in germany, my mind was still somewhere in africa.

so i packed again, i haven't had time to buy a new backpack, the old one was a bit fade out after 2 trips in africa. but i bought 2 straps to hold it together and off we went. my tennant olli brought me to the autobahn. it was about -15° cold but after 5 minutes a truck driver picked me up for the next 100 km. his truck was heated and i almost got grilled when i got out. again i didn't have to wait long to find another car for the next 100 km. he dropped me at the last gas station before switzerland and there i was lucky to get a lift from sergio, a sicilian painter who was going home and dropped me right in front of gianni's door at trezzano s.n. at the outskirts of milan. there it was much "warmer" only -4°.

i had hardly arrived when it started snowing. for the next 3 days we were snowed in. gianni didn't do much but watching tv which got on my nerves after a while. one evening some of his friends showed up for dinner and we were chatting all evening.

i called stefano at desio on the other side of milan. he was busy and said i could come on dec. 25 to stay with him and the family. on the 23. i tried to visit him briefly. the streets were still covered with snow and when i arrived at milano centrale the train station was packed with people. i saw that it would take ages to buy a ticket and i knew that i would also have to return in the evening. so i gave up the idea and strolled around milan instead. before xmas it was full of people all hunting for buying the last gifts...

talked to some africans to get information how to call mali with calling cards. bought a calling card but it didn't work... in the end i landed in a mall and bought an adapter for the notebook. at gianni's home it was terrible with the internet. his computer is very old and very slow and the monitor went black after an hour. i brought my netbook but couldn't use it. very unsatisfying.

the other day i wanted to go again to milan. i tried to buy a busticket but the tobacco shop didn't have any, so i went without. i never pay in italian busses. the ticket buying process is very complicated and i never got caught. when i told gianni he was very concerned that they would control me... so i promissed to buy the ticket but i had no luck.

in the end i asked some africans where i could find an internet cafe and how to call mali and this time i was lucky. spoke briefly with baba but it was a bit difficult to speak french after having spoken italian all the time.

xmas eve was quiet. gianni had to work. luckily his apartment ws without xmas decoration and gifts. i liked that. the day after i moved over to stefano's family. i bought a bus ticket!!! and waited patiently for the bus. for more than one hour the bus didn't arrive. in the end i felt cold and started to thumb down a car. it was faster than waiting for the bus. gaetano the driver took me to the train station porta garibaldi and told me his story. his wife had just left him after over 30 years and he was very upset. he started crying in the car and i felt sorry for him. in the end he said he wanted to commit suicide and i thought: hopefully not now. eventually we arrived at the train station. the next train was leaving half an hour later. there were 3 ticket machines, 2 of them were out of order, at the 3rd people were queuing. i didn't make it buying a ticket within 30 minutes and entered the train without a ticket. when the conductor came i told him the story and he wished me merry xmas and let me ride without ticket. it took only 15 minutes to arrive.

stefano, my former exchange student and his brother picked me up from the train station and we went to his family for lunch. we haven´t met for almost 1 1/2 years. it was good and i felt very much at home there. just, when you want to escape xmas you mustn´t go to italy. they seem to have invented xmas and it is worse than in the states.

in desio i stayed for 2 days and then stefano brought me to a gas station at the tangenziale where i found a lift to bologna - after having had some troubles with the cops. in bologna i met with marco, my italian/german language tandem partner. we have been chatting for almost 1 1/2 years but it was the first time to meet. marco showed me around bologna. in summer 2005 i have been here and remembered many places but of course not everything. i stayed a night in a hotel with internet access - very important. i had brought the netbook and all to do some work for my fistula project but so far i haven´t had time for it let alone internet access.

the next morning i decided to take the train and went to the station. but again most of the ticket machines did not work, long lines at the normal counters, i was fed up and decided to hitch. walked along the signs heading for the autostrada and tried my luck. after an hour or so i went back to the train station by bus - without ticket... and queued for a train ticket. they sold me a ticket but not for the train i wanted but the next train 2 hours later. i didn´t notice immediately and when i did finally it was too late to change. arriving at almost 10 pm in napoli, antonio and his family picked me up.

antonio is also a language tandem partner and we have many common interests. his wife antonella and his daughter were also very nice. he showed me around all the historical places which were at this time of the year tourist free. (the weather was also bad...) and i stayed with them for 3 days. then they brought me to the port of napoli where i wanted to take the ferry to cagliari/sardegna. when i wanted to buy the ticket i was told that the ferry was cancelled and the only other ferry was leaving 6 hours later from civitavecchia to olbia, 250 km north of napoli.

there was a man at the counter telling us that he wanted to take the same ferry and i asked him for a lift. he agreed and then the nightmare of this trip started. ilario was 80 years old, had problem with his prostata, was a bit senil and dement. we were speeding with 50 km/h over the autostrada, at every road sign he was slowing down to read it. he had to stop frequently to peee and did so whether there was a parking lot or not.
but the worst was that he was sure that we were on the wrong road and asked me every 2 minutes for the way. near roma he suddenly wanted to turn in the middle of the autostrada and i almost got a heart attack...
in the end we made it to civitavecchia. it was new year´s eve and i slept in the lounge. there were 4 tvs with 4 different programs in every angle but i didn´t care and managed to get some sleep.

arriving in olbia at 5 in the morning it rained, it was cold and windy. took the bus to the city and started hitching towards bolotana. at 10.30 i arrived, cold and wet. antonella picked me up and set a fire in the kitchen where i could warm up. it was good to have met her first as she was preparing to leave for africa some days later. spent the weekend in bolotana and bosa. hitching to daniele in cagliari on monday. it rained most of the time in sardinia and we couldn´t do much. one evening we went to a church to see a concert of sardinian songs, twice we were walking around cagliari and got each time very wet in the end.

from the weather italy was not great this time. but it has been very relaxing and i got all my work done - undisturbed by other obligations. my only concern was that the plane was leaving today. it did. came back to snow covered germany and for the first time in many years i was looking forward to returning home.

Freitag, 27. November 2009

marrakesh

ich brauchte 3 1/2 Tage von saint louis in senegal bis marrakesh. es stellte sich heraus, dass die km-angaben in der michelinkarte nicht der realität entsprechen. es waren rund 2.600 km, aber auch das ist nur ein schätzwert.
nachdem ich in nuakchott aus dem internetcafe kam, habe ich bezahlt und bin mal richtung norden losmarschiert. es war ein bisschen warm und nuakchott ist ziemlich weitläufig, deswegen habe ich mir nach 2 km ein taxi bis zur stadtgrenze geleistet. dort wurde mir zuerst ganz mulmig, denn es war irgendwo im nirgendwo, weit und breit nix, was mache ich nur, wenn keiner hält...



i needed 3 1/2 days from saint louis, senegal to marrakesh. it turned out that the amount of kilometers stated in the map (michelin) are not according to reality. it was about 2.600 km but also this is only the estimated value.
after i left the internet cafe in nuakchott, i payed the hostel and started walking towards north. it was a bit hot and nuakchott is quite spacious therefore i took a taxi to the city limits. at first i felt there a bit uneasy, it was in the middle of nowhere, as far as i could see there was nothing, what shall i do if no one will take me...

aber meine sorgen waren völlig unbegründet, denn schon nach etwa 10 minuten hielt ein toyota pickup und nahm mich mit. der besitzer stellte sich als "Maurice" vor und war mauretanier, der fahrer war malier und ein anderer mitfahrer senegalese. wir brausten mit 150 kmh durch die mauretanische wüste richtung norden. an den polizeiposten wurden wir nicht kontrolliert, sondern alle wollten maurice die hand schütteln. die 500 km bis zur grenze schafften wir - inklusive pause - in weniger als 4 stunden, die strasse nördlich von nuakchott ist aber auch in einem guten zustand.
but my worries were absolutely without cause, after about 10 minutes a toyota pickup stopped and gae me a lift. the owner introduced himself as "maurice", he was mauretanian, the driver was a malian and another man was senegalese. we raced with 150 km/h through the mauritanian desert towards north. at the police posts we did not get controlled but all wanted to shake hands with maurice. the 500 km we did in less than 4 hours - a rest included, the road north of nuakchott is in a very good condition - for africa.

an der grenze setzten sie mich ab, reich versorgt mit kaltem wasser und keksen, alle waren dort beeindruckt von mir: "sie ist mit maurice gekommen... " er muss eine wirklich bekannte persönlichkeit sein...
an der grenze war viel los, viele europäer, die nach süden wollten, aber auch senegalesen, die aus europa kamen und ihre familien anlässlich des tabaski festes besuchen wollten. alle drängelten sich an dem schalter, jeder wollte zuerst. mir war das zu blöd, ich gab meinen pass ab, setzte mich in den schatten und wartete...
nach etwa einer stunde wurde ich aufgerufen. der grenzer wollte wissen, wo mein visum fur mauretanien ist:
"ich reise nicht ein, sondern aus, nach marokko, ich bin alleine, ohne auto und trampe!"
"das geht nicht! finde zuerst eine transportmöglichkeit, dann gebe ich dir den pass zurück"
scheisse! alles fuhr nach süden, nach norden sah es düster aus. aber da fuhr gerade ein marokkanischer truck vor. ich rannte hin und fragte, ob er mich mitnehmen wurde. der fahrer bejahte sofort und ich rannte zu dem grenzer, um den pass zu holen, aber wir sind ja in afrika und ich musste mich wieder gedulden bis ich an der reihe war...
they let me out at the border, well provided with cold water and biscuits, everybody there was impressed: "she arrived with maurice..." he must have been a really person....
the border was busy, many europeans driving south but also senegalese coming from europe with cars to visit their families for the tabaski celebration. all were pushing at the counter, everybody wanted to be first. i found it stupid, delivered my passport and waited in the shadow.
after about one hour they called me, the policeman wanted to know where the visa for mauritania was:
"i am not entering mauritania but leaving for morocco, i am alone without a car and i am hitchhiking!"
"you cannot hitchhike here! go and find transport or i won´t give you back your passport"
shit! everybody was driving south, no one was going north. but there was a moroccan truck driving in front. i ran to ask the driver if he would take me. he immediately said yes and i ran to the policeman to get my passport, but we are in africa and i had to wait until it was my turn...

ali, der fahrer lud derweil mein gepäck in den truck und endlich hatte ich auch meinen pass und wir konnten losfahren, aber da fing ali an, mich um geld zu fragen, was wollte ich machen, er wollte 200 dirham bis dakhla oder 400 bis agadir. ich hatte keine dirham, sondern nur CFA, aber "ganz zufallig" war ein geldwechsler da... ich hatte keine ahnung, wie der wechselkurs ist und habe nur 150 dirham gewechselt, die ich ali gab. er war zufrieden und meinte, er würde mich bis dakhla mitnehmen. endlich fuhren wir los.
alle europäer stöhnten über die grenzformalitäten, dabei hat diese grenze "nur" 2 stunden gedauert und war somit relativ flott.
in the meantime ali, the driver had put my luggage in the truck and eventually i got my passport and we were ready to start when ali wanted money from me. what could i do, he wanted 200 dirham until dakhla and 400 until agadir. i didn´t have any dirham, only CFA, but "accidentally" a money-changer came along. i had no clue what the exchange rate between dirham and cfa and euro was so i changed only 150 dirham which i gave ali. he was satisfied and said he would take me until dakhla. eventually we started.
all europeans were suffering the bordercrossing procedure, but this border took "only" 2 hours and was really fast for africa.
ali sprach kein französisch und die verständigung war ein bisschen schwierig. so langsam fielen mir die arabischen wörter wieder ein, trotzdem nuschelte er vor sich hin, er verstand zwar mich, aber ich ihn nicht. aber wozu hat man hände und füsse...
nach 80 km kam eine "fernfahrerkneipe", wo wir gegessen haben. alis bekannter lebt in italien und wir haben uns auf italienisch unterhalten. er erzählte mir, dass ali seit 30 jahren zwischen agadir und nouadhibou hin und herfährt und jeden auf dieser strecke kennt. ali erklärte sich bereit mich auch bis agadir mitzunehmen und diese 150 dirham beinhalteten auch die ganze verpflegung unterwegs. um mitternacht waren wir in dakhla und ich schlief im truck während ali eine andere unterkunft hatte. am nächsten morgen lud er und nahm noch eine 5-köpfige familie mit. yussef, fatima und 3 kleine kinder, alle in der fahrerkabine...
es gab viele polizeikontrollen und jedesmal, wenn sie mich sahen, wurde mein pass ausgiebig begutachtet, was ist mein beruf, wo komme ich her, wo fahre ich hin usw... das wurde uns bald zu blöd und ich ging auf tauchstation an den posten. wir fuhren mittags los in dakhla und nach etwa 2 stunden kam ein schild: AGADIR 1.000 KM
it turned out that ali didn´t speak any french and the communication was a bit difficult but slowly my arabic words came back. ali was mumbling, he understood me but i did not get him. what do we have hand and feet for...
after 80 km there was a truck stop where we had dinner. ali´s friend is living in italy and we spoke italian with each other. he told me that ali has been driving between agadir and nouadhibou and knows everybody along the road. ali agreed to take me up to agadir and the 150 dirham i had given him included also all the food on the road. at midnight we reached dakhla and i slept in the truck while ali found another place to sleep. the next morning he was loading and took also a maroccan family, yussef, fatima and 3 children, all of us in the cabin...
there were lots of police controls and each time when they saw me my passport got inspected very detailed, what is my profession, where did i come from, where was i going etc... we soon got bored of this and i duck at the posts. we started at noon and after 2 hours there was a sign: AGADIR 1.000 km.
es zog sich... in der nacht hielten wir zweimal, weil ali eine mütze schlaf brauchte. ich bekam kein auge zu. nicht nur, weil es ein bisschen unbequehm war, auch die diversen körperausdünstungen hielten mich vom schlafen ab. nicht, dass ich besonders fein gerochen hätte, aber es duftete auch intensiv nach kinderkotze und fürzen...
mittags kamen wir in agadir an, 24 stunden von dakhla. ali setzte uns am busbahnhof ab, die familie wollte weiter nach safi und auch ich bin mit dem bus nach marrakesh gefahren. ich war ziemlich platt und die aussicht 2 km in der sonne mit gepäck zur strasse nach marrakesh zu laufen war nicht besonders prickelnd.
at night we stopped twice because ali needed a nap. i couldn´t sleep. not because it wasn´t very comfortable but also the diverse body odors did not let me sleep. not that i had scented well but there was also a smell of baby vomit and farts...
at noon we reached agadir, 24 hours after leaving dakhla. ali dropped us at the bus station, the family wanted to move on to safi and i took the bus to marrakesh. i was pretty tired and the prospect of marching 2 km to the road to marrakesh with my luggage was not really tingling.

der bus war "klimatisiert " was bedeutete, dass die temperatur sich um 1-2 grad unter saunaniveau bewegte. aber wir zuckelten richtung marrakesh, es gab sehr viel verkehr und man konnte schlecht überholen. die landschaft war klasse!!! um 8 uhr waren wir da und ich habe ein hotel in der altstadt gefunden. 3 tage ohne dusche, ohne zähneputzen, ohne aus den kleidern gekommen zu sein...
trotz der müdigkeit bin ich nach der dusche noch durch die stadt gelaufen. die altstadt ist toll, trotzdem, wenn man von süden kommt, hat marrakesh nicht den zauber des orientalischen, sondern ist nur eine andere grosse stadt mit einem markt.
ich habe angefangen zu packen, den rucksack auszumisten und hoffe, dass alles reinpasst. um 12 uhr muss ich das zimmer räumen. ich fahre dann mit dem bus zum flughafen und übernachte dort.
das wars aus afrika. morgen abend bin ich wieder in deutschland, komische vorstellung, ich habe mich gerade so ans reisen gewohnt.

the bus was "air conditioned" meaning the temperature was 1-2 degree under sauna level. slowly we went towards marrakesh, there was a lot of traffic and overtaking was hardly possible. the landscape was breathtaking!!! at 8 p.m. we reached marrakesh and i found a cheap hotel in the old town. 3 days without shower, without brushing teeth and without changing clothes...
inspite my tiredness i was walking through the town after the shower. the old town is great, but when you come from south, marrakesh does not have the magic of the orient but is just another big african town with a market.
i started to pack, to clean out my backpack and hope that all fits in. at noon i have to leave the room. i´m going to take the bus to the airport and will sleep there.
that´s it from africa. tomorrow night i will be back in germany, strange imagination, i just got used to traveling.


FAZIT: es war INTENSIV und hat mir wieder lust am reisen in afrika gemacht, diese lust ist mir in den letzten jahren in äthiopien etwas abhanden gekommen. es war so intensiv und klasse wie beim ersten mal!
RESULT: it was INTENSE and gave me back my lust for traveling in africa. this i had lost a bit in the last years in ethiopia. but this time it has been as intense and great like the first time!

Dienstag, 24. November 2009

Nuakchott, Mauritanie

letzte nach kam ich in nuakchott an. ich fuhr von dakar nach saint louis mit dem bush taxi und fand eine auberge, die nicht zu teuer war. saint louis hat irgendwie noch den charme der französischen kolonisation, aber schon sehr stark afrikanisch geprägt. dort hat es mir am besten gefallen. alles in allem hat es mir im senegal nicht besonders gefallen. die geldautomaten funktionieren, das ist das gute am senegal, ansonsten ist es mir zu touristisch und die senegalesen sind nur an deinem geld interessiert. in der auberge traf ich einen malier, der als zauberer arbeitet. am nächsten morgen kam er und meinte er würde gleich nach nuakchott fahren und ich könnte mitkommen. ich freute mich sehr. die 300 km bis nuakchott dauerten 10 stunden... auf senegalesischer seite war die strasse sehr schlecht. wir kamen in rosso, der grenzstadt an. es gab eine riesige schlange, weil alle autos und lkws den fluss senegal überqueren mussten. es gibt aber keine brücke. die fähre kann nur 3 lkws und 2 pkws auf einmal transportieren, deswegen dauerte es ein bisschen bis wir das geschafft hatten. auf mauretanischer seite hatte unser fahrer einen agenten organisiert, der sich um alles kümmerte, während wir essen gingen und tee tranken. 
um 4 uhr waren wir fertig und fuhren los. in mauritanien gibt es viele polizeikontrollen und wir mussten alle 20 km oder so anhalten. auch schien unser fahrer mohamed jeden einzelnen mauritanier zu kennen und hielt zusätzlich noch öfters. er lud mich in nuakchott in der auberge menata ab, dem treffpunkt aller ausländer, die mit dem auto nach afrika fahren... ich schlief im großen zelt, aber nach der dusche fiel mir mit großem schreck ein, dass ich meinen pass im auto vergessen hatte... zum glück hat mir mohamed seine karte gegeben und ich konnte ihn anrufen. nach 2 stunden kam er mit meinem pass. ich gebe zu, mir ging der arsch auf grundeis... aber er versprach mir auch eine mitfahrgelegenheit für den nächsten tag bis zur grenze. immer noch rund 2.000 km und 4 tage zeit. die nacht war ein bisschen kühl, aber okay.
heute morgen war ich auf der suche nach einem schwarztee mit milch, als ich plötzlich eine "buvette" sah und mich wunderte, dass es sowas in einem moslemischen land gab. es gab auch frühstück und dort traf ich willy aus dem congo, der in nuakchott als lehrer arbeitet. wir tauschten adressen aus.

last night i arrived here in nuakchott. i went from dakar to saint louis by bush taxi and found an auberge which was not too expensive. saint louis i liked best in senegal. it still has the charme of the former french colony but with very much african influence. all in all i do noy like senegal that much. the money machines are working, that is the good thing, otherwise it is too touristiy and the senegalese are only interested in your money.  in the hotel at saint louis i met a malian who is working as a magician. the morning we wanted to part he arrived at our place and offered me a lift to nuakchott. i was very pleased. the 300 km to nuakchott took 10 hours... on the senegalese side the road was bad. we arrived at Rosso; the border town. there was a huge traffic jam as all the cars and the trucks had to cross the river Senegal by ferry, there is no bridge. the ferry can only take 3 trucks and 2 cars at once. it took a while to cross the river. on the mauritanian side our driver had organised someone who did all the paper work for us. we went to eat, drink tea and relax.
at 4 pm we were done and left. but in mauritania there are lots of police controls and we had to stop every 20 km, also mohamed our driver seemed to know every single mauritanian and there were other frequent stops. he dropped me in nuakchott at the auberge menata, the meeting point for all foreigners who want to explore africa... i slept in the tent but after the shower i realised that i had forgotten my passport in the car... I was lucky that mohamed had given me his card, so i could call him and after 2 hours he came back with my passport. i must admit that i was a little nervous... but he promissed me a lift for today to the marrocan border. still nearly 2.000 km and i have 4 days.the night was a bit cool but okay.
this morning in search for black tea with milk i saw a "buvette" and was surprised to find this in an muslim country. they offered also breakfast and there i met willy from congo who is working as a teacher in nuakchott. we exchanged addresses.



Donnerstag, 19. November 2009

Dakar



gestern kam ich  in dakar an. ich bin von saly aus getrampt und es war leicht. dakar ist riesig und ich wurde in der stadtmitte rausgelassen. ich suchte ein hotel, aber das war nicht so einfach. entweder viel zu teuer oder voll. zum schluss fand ich eins etwa 10 km von der stadtmitte entfernt, aber immer noch sehr zentral. nahe am ozean - touristenfrei, der strand dafür dreckig und das hotel hat eine schöne aussicht auf die müllkippe. es gibt hier auch viele hübsche junge frauen, alle sehr spärlich bekleidet, man kann die zimmer auch stundenweise mieten...
jedenfalls war ich gestern im centre culturel francais und es gab ein konzert von el hadj n´diaye, der im senegal ziemlich bekannt ist.
morgen fahre ich richtung saint louis im nord senegal, nähe der mauretanischen grenze  zurzeit denke ich daran von dort aus nonstop heimzufahren. dakar-marrakesh sind ca. 3.000 km
senegal ist nicht mein lieblingsland. zu touristisch, ziemlich teuer und die senegalesen melken die touristen. jetzt bin ich 4 wochen unterwegs, ich könnte es locker noch ein weilchen aushalten, aber das ende rückt näher und meine gedanken bewegen sich langsam richtung heimwärts.
das wars für heute


yesterday i arrived in dakar. hitching was easy from saly. but dakar is huge, i got dropped in the city center and tried to find a place to stay. all hotels were either far too expensive or full. in the end i found a place about 10 km from the city center but still in town, close to the ocean - touristfree, the beach therefore dirty and the hotel is across a dump. there are many pretty young women hanging around, all of them hardly dressed, you can also rent the rooms for some hours...
anyhow yesterday i went to the centre culturel francais and there was a concert. El Hadj N´diaye, a very famous singer in senegal.
tomorrow i will travel to st. louis in northern senegal, near the mauritanian border. at the moment i am thinking of traveling nonstop home. dakar -marrakesh are about 3.000 km.
senegal is not my favourite place. it is very touristy, pretty expensive and the senegalese are milking the tourists.
now i am 4 weeks on the road, i could easily have some more time but as the end is coming nearer, my thoughts are slowly turning towards home.
bye for now.

Dienstag, 17. November 2009

das beste an Senegal sind die geldautomaten!

letzten donnerstag bin ich in bamako um 6 uhr morgens losgefahren. die strasse war gut, auch der bus.
ich kam um 4 uhr in kayes an, etwa 600+ km entfernt. die nacht verbrachte ich in der katholischen mission. das ist immer die billigste möglichkeit in afrika, sehr einfach aber relativ sauber.
überhaupt habe ich bis jetzt wenig kakerlaken getroffen, aber die wenigen waren wahre prachtexeplare. dafür wimmelt es hier überall von kröten.
am nächsten tag nahm ich den bus um 15.00 uhr afrikanische zeit, d.h. alles ist relativ. wir sind dann kurz nach 5 uhr endlich lostgefahren und ich rechnete mit 4-5 stunden für die knapp 300 km bis tambacounda in senegal. weit gefehlt. wir hatten eine grenze zu überwinden und zwar den hauptgrenzübergang zwischen mali und senegal. es war wie in alten zeiten und dauerte über 4 stunden...
last thursday i left bamako by bus, starting @ 6 in the morning. the road was good and so was the bus. i arrived @ 4 in kayes 600+ km. and spent the night @ the catholic mission. it is always the cheapest possibility to stay, basic but relatively clean.
anyway i haven´t seen many cockroaches, but the few i have met were huge exemplars. therefore here you find everywhere toads.
the next day i took the bus at 3 p.m. african time, that means everything is relative. we left shortly after 5 p.m. and i thought we would do the 300 km to tambacounda in senegal within 4-5 hours. no way... we had a border to cross and it was the main border between mali and senegal. like in the old times it took over 4 hours.
um 5 uhr morgens war ich endlich in tambacounda und bin in einem loch untergekommen, anders kann man das "hotel" wirklich nicht bezeichnen, das bett war nicht frisch bezogen und hatte auch andere "mitbewohner", nicht nur die 20 kröten. aber ich war viel zu müde um zu diskutieren.
ich schlief ein stündchen, aber dann zog es mich zur bank, ich war total pleite und konnte nur noch das loch bezahlen. aber welch ein frust: der geldautomat funktionierte nicht!!!!!
seltsamerweise liess mich das alles unberührt, erst mal schlafen, es war ja nicht das erste mal, dass ich in africa gestrandet bin ohne kohle...
ein paar stunden später probierte ich es nochmal und dieses mal klappte es!!!
at 5 a.m. i finally arrived at tambacounda and found a hole, otherwise you can´t name this "hotel", the bed wasn´t made and had other lodgers, not only the 20 toads, but i was far too tired to discuss.
i slept for an hour but then i got drawn to the bank. i was completely broke and we could only pay for the hole. but what a bummer. the money machine didn´t work!!!
strangely i felt very unimpressed, let me first get some sleep, it wasn´t the first time that i got stranded in africa without money...
some hours later i tried my luck again and this time it worked!!!

am nächsten morgen habe ich einen kleinbus gefunden; der mich die 600+ km bis dakar mitnehmen wollte. dies strecke zog sich, es war heiss; die strecke schlecht; die asphaltstrasse bestand hauptsachlich aus schlaglöchern und der bus hielt in jedem kaff und auch noch oftmals zusätzlich um die vielen polizeiposten zu bezahlen.ich bin in mbour ausgestiegen und nach saly gefahren: schock!!!
was für ein fürchterliches touristennest das ist, es konnte auch irgendwo am mittelmeer sein. aber ich habe trotzdem eine billige und ruhige unterkunft gefunden; ein bisschen ausserhalb, wo ich mich erst mal von der reise erholten und alle klamotten gewaschen haben. die preise in saly haben euroäaisches niveau, grausam.....
deswegen fahre ich morgen erst mal nach dakar weiter; es sind noch 80 km. am montag mache ich mich dann auf den heimweg: dakar - marrakesh; das sind rund 3.000 km, ich rechne mit 3-4 tagen.
the next morning i found a small bus, who wanted to take me the 600+ km to dakar. it was a long way, it was hot, the road was bad, consisting of mainly holes and little asphalt and the bus stopped in every village and even more often to pay the police posts.i got out at mbour and went to saly: what a shock!!! what a terrible touristspot this is, it could have been somewhere at the mediterranean coast. inspite i  found a cheap and quiet hotel, a bit away from the beach. but i rested from the trip and washed all my belongings. the prices in saly are at european level, horrible....
therefore tomorrow i will proceed on to dakar, another
80 km. next monday i start heading home, dakar - marrakesh, about 3.000 km. i am counting 3-4 days.